Expertenrat

Anti-Aging-Medizin

Kurzbiografie

Wolfgang Kallabis ist Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe und führt eine Praxis in Thierachern (BE). Seit Jahren beschäftigt sich der vitagate.ch-Experte mit Teilaspekten der Anti-Aging- und Präventivmedizin. Er ist Mitautor des Titels «Das Anti-Aging-Lexikon – Alles Wissenswerte von A bis Z».

Ihre Frage an Wolfgang Kallabis

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Gabi E. fragt: Ich habe seit einem Jahr ein «Burnout». Nun habe ich bemerkt, dass ich keine Periode mehr habe und meine Haut zusehends erschlafft. Ich nehme Omega-Fettsäuren und Sojadragees. Was kann ich sonst noch tun?

  • Wolfgang Kallabis antwortet: In den Wechseljahren, in der Regel zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr, sinken die weiblichen Hormone, die Östrogene ab. Hierbei können Beschwerden wie Hitzewallungen, Erschöpfung, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und später auch degenerative Veränderungen an Organsystemen wie schlaffe Haut, Knochenschwund und Trockenheit der Schleimhäute auftreten. Das «Burnout» im Sinne einer emotionalen Erschöpfung und reduzierter Leistungsfähigkeit könnte auch hier eine Ursache haben. Aber auch das berufliche, soziale, partnerschaftliche Leben und Lebensgewohnheiten wie Rauchen oder Sport haben auf das «Burnout» einen Einfluss. Neben einer Hormonersatztherapie können auch pflanzliche Heilmittel wie Traubensilberkerze, Sojabohne, Yams, Rotklee oder Johanneskraut gegen Wechseljahrbeschwerden eine Hilfe sein. Die Wirkung von Omega-3-Fettsäuren und Sojadragees auf die Haut ist allerdings sehr begrenzt. Bei der Hormonersatztherapie hingegen ist eine positive Wirkung auf die Haut nachgewiesen. So nimmt deren Kollagengehalt zu und die Haut wird dicker und enthält mehr Feuchtigkeit. Die für Sie passende Therapie orientiert sich aber an Ihrem genauen Beschwerdebild, Alter, Lebensstil und auch an allfälligen Risikofaktoren. Sie benötigen sicher eine Gesamtstrategie, die ein Arzt mit Ihnen festlegen sollte.

Carola B. fragt: Ich habe seit einiger Zeit Störungen der Libido. Gibt es eine Therapie, die dieses Problem lösen könnte?

  • Wolfgang Kallabis antwortet: Der Begriff Libido steht für sexuelle Lust und Begehren. Körperliche, emotionale und umgebungsbedingte Faktoren müssen bei Frauen im Einklang sein, damit sie Lust verspüren, sexuell aktiv zu werden. Da bei Libidostörungen meist mehrere Dinge zusammenkommen, ist die Suche nach deren Ursache nicht immer einfach. Neben Hormonabfall, können die Schilddrüse, Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, Diabetes sowie auch Medikamente den Spass verderben. Ebenso wichtig für die Libido sind die Psyche und die Beziehung zum Partner. Die Therapie mit einem Testosteronpflaster ist derzeit nur für Frauen zugelassen, bei denen es nach beidseitiger Eierstocksentfernung zu einer Menopause gekommen ist. Im Übrigen scheint gemäss einer neuen Studie nur eine hohe Dosis an Testosteron die Libido zu steigern – dies hat jedoch oft Nebenwirkungen wie männlicher Haarwuchs zur Folge. Für eine genauere Abklärung rate ich Ihnen, das Gespräch mit Ihrer Frauenärztin oder Hausärztin zu suchen.

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